Thermografie - ein wertvolles Hilfsmittel!
Was ist das?
Mit der Thermografie-Kamera wird die unsichtbare Infrarotstrahlung, die jeder Körper und Gegenstand auf Grund seiner Oberflächentemperatur aussendet, in eine sichtbare Abbildung, das sogenannte Thermogramm, umgewandelt. So lassen sich berührungslos und über größere Entfernungen die Oberflächentemperaturen von Gegenständen, z.B. Gebäuden messen. Aus vielen Messpunkten wird ein Bild zusammen gesetzt und jeder gemessenen Temperatur eine Farbe zugeordnet.
Die optische und thermische Auflösung ist durch die Bauart der Kamera bestimmt. Die Genauigkeit der ermittelten Temperaturen ist maßgeblich von der richtigen Einstellung der Umgebungsbedingungen und der Einstellung der Mess- Rahmenbedingungen bestimmt. Aus diesen Gründen sollten die Messungen von einem ausgebildeten Fachmann durchgeführt und ausgewertet werden.
![]() | Die Infrarot-Thermografie ist ein wichtiges Hilfsmittel um bei Gebäuden Stellen sichtbar zu machen, an denen durch Undichtigkeiten oder Wärmeleitung Wärme verloren geht. Sie dient so auch der Qualitätssicherung bei Neubauten und Sanierungen. Solche energetische Schwachstellen können geometrischer Natur, also z.B. Gebäudeecken, aber auch Material bedingt sein, wie z.B. Betonsäulen in Ziegelwänden oder ungedämmte Betonstürze. Sichtbar sind unter anderem undichte Anschlüsse von Fenstern, Türen und Dächer. |
![]() | Verdeckte Konstruktionen, wie z.B. Fachwerk, und Konstruktionselemente können aufgefunden werden. |
![]() | Einfach und schnell kann man verlegte Heizungs- und Wasserrohre, sowie Heizschlangen orten. Bei älteren Gebäuden ist die Lage von Sanitärrohren oft nicht mehr bekannt und kann so festgestellt werden. Ebenso ist nachträglich die Lage von Fußbodenheizungen oder Wandheizungen genau festzustellen und auch deren Funktionstüchtigkeit und Dichtheit überprüfbar. |
![]() | Leckagen von Wasserrohren, aber auch die Durchfeuchtung von Dachflächen können aufgespürt werden. Hierbei macht man sich die Möglichkeit, dass die Kamera Temperaturunterschiede von nur 0,05 K sichtbar macht zu nutze. An feuchten Stellen reduziert sich durch das Verdunsten von Wasser die Temperatur. Diese Abkühlung wird mit der Thermografiekamera sichtbar gemacht. |
![]() | Bei der Brandbekämpfung setzt man Infrarotkameras ein um heiße Stellen aufzuspüren. Ebenso ist bei der Brandprävention, zur Überprüfung elektrischer Anlagen auf Überhitzung, die Thermografie ein wichtiges Hilfsmittel. |
![]() | Auch in der Medizin wird die Thermografie verwendet. Hier können Entzündungsherde im Körper gefunden werden, weil diese eine höhere Temperatur haben als gesunde Gewebestellen. Blutbahnen und Durchblutungsstörungen sind ebenfalls sichtbar. |
Der Messvorgang:
Ganz grundsätzlich ist es so, je größer der Temperaturunterschied zwischen innen und außen ist umso eindeutiger sind die Ergebnisse mit der Thermografiekamera. Woraus sich ergibt, dass für die gebäudebezogenen Aufnahmen die kalte Jahreszeit optimal ist und die Morgen- und Abendstunden.
| Thermografie von außen: Stark wärmeleitende Bauteile haben an Ihrer Außenoberfläche eine höhere Temperatur, weil sie die Wärme von innen nach außen leiten. In Thermografieaufnahmen werden diese in der Regel in Rottönen dargestellt, während Oberflächen mit niedrigen Temperaturen in Blautönen dargestellt werden. Aber auch ganz andere Farbdarstellungen sind möglich. Also bitte Vorsicht bei der Beurteilung der Bilder. |
![]() | Thermografie von innen: Sind Bauteile schlecht gedämmt haben sie im Innenraum eine niedrige Oberflächen-temperatur weil die Wärme nach außen abfließt. Hier sehen sie die kalten Stellen in der Dachkante in blau. |
Sie wollen noch mehr über die Technik wissen?
Die Thermografie nutzt den physikalischen Umstand, dass jeder Gegenstand oder Körper mit einer Temperatur über dem absoluten Nullpunkt von -273,15°C, Wärmestrahlung in Form von elektromagnetischen Wellen aussendet. Wieviel Energie und bei welcher Wellenlänge diese Energie abgestrahlt wird, hängt von der Temperatur des Körpers und von dessen Abstrahlcharakteristik ab. Körper mit Temperaturen unter 600°C geben das Maximum der Energie im sogenannten Infrarotbereich, also im nicht sichtbaren Bereich ab. Gegenstände über 600°C beginnen Energie in Form von elektromagnetischen Wellen im sichtbaren Bereich auszusenden, sie sind dunkelrot glühend (Eisen, Herdplatte, ect.) und erscheinen mit zunehmender Temperatur immer heller (Feuer, Sonne)
Mit der Infrarotkamera wird diese Strahlungsenergie eines Körpers gemessen. Unter Berücksichtigung seines Emissionsverhaltens und weiterer evtl. Störeinflüsse, kann damit die Temperatur des Körpers berührungslos ermittelt werden. Je nach Kamera können Temperaturen im Bereich von -50°C bis 2000°C gemessen werden. Die Genauigkeit der ermittelten Temperaturen ist maßgeblich von der richtigen Einstellung der Umgebungsbedingungen abhängig.
Wieviel kostet eine Thermografie?
Für Gebäude bis 180m² liegen die Kosten für eine Thermografieanalyse mit Bericht, Aufnahme des Gebäudes von innen und außen (Anzahl zwischen 15-20 Stck je nach Bedarf) und Sanierungsvorschlägen bei 420,00€ incl.Mwst. Vor-Ort-Thermografieberatung ohne schriftlichen Bericht mit mündlicher Erläuterung der Ergebnisse 150,00€ incl. Mwst. je Stunde zuzügl. Anfahrt.
Eine Bezuschussung durch die BAFA gibt es nur noch für Thermografieaufnahmen im Rahmen einer Energieberatung-vor-Ort.